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09.08.2017 09:51 Age: 74 days
Category: Nachrichten

Pedelec mit Mittelmotor und Automatik

Autozulieferer Continental bringt die 48-Volt-Technik ins Fahrrad. Ein neuer Mittelmotor samt stufenloser Automatik sorgt für Vortrieb, wenn man passend tritt.


Die e-Bike Manufaktur setzt im neuen Modell "48er Revolution" auf den neuen E-Bike-Antrieb von Continental. Bild: Continental

Die e-Bike Manufaktur setzt im neuen Modell "48er Revolution" auf den neuen E-Bike-Antrieb von Continental. Bild: Continental

Der Automobilzulieferer Continental steigt mit einem 48-Volt-Mittelmotor und einem stufenlosen Planetengetriebe ins E-Bike-Geschäft ein. Zum Einsatz kommt die Weltneuheit im 48er Revolution der e-bike-manufaktur. Das eigentliche Aha-Erlebnis erfolgt erst nach einer Vergleichsfahrt mit einem Fahrrad mit Schaltung. Plötzlich wird klar, was diese neue Automatik tatsächlich zu bieten hat. Keine Suche mehr nach dem richtigen Gang, kein Betätigen von Schaltern oder Knöpfen. Einerlei ob man nach dem Stopp an der Ampel wieder antreten muss, es auf gerader Strecke locker dahinrollt, oder die Straße bergauf führt –das neue System von Continental hat immer die richtige Übersetzung parat.

Voraussetzung dafür ist, dass man zuvor eine bestimmte Kadenz, also ein Trittfrequenz wählt. Die kann zwischen zehn und 120 liegen. Ähnlich wie bei einer Automatik im Auto legt auch die 48er Revolution bei einem Halt die kleinstmögliche Übersetzung ein, so dass der anschließende Antritt ganz leicht geht. Von Tritt zu Tritt wechselt das Planetengetriebe je nach Belastung der Pedale in höhere Gänge, bis die vorgewählte Kandenz erreicht ist. Wir haben das mit einer Frequenz von 60 ausgetestet –und waren erstaunt, wie gleichmäßig, ruckfrei und ohne die geringste Unterbrechung des Vorwärtsdrangs das Getriebe arbeitet.

Beim Abbremsen vor Hindernissen oder Kurven wird unmerklich auf eine kleinere Übersetzung gewechselt, danach geht es wieder mit der zuvor gewählten Frequenz weiter. Wer mag, kann –ähnlich wie beim Auto - auch zwischen zehn unterschiedlichen Stufen schalten.

Continental setzt bei dem neuen System auf ein robustes 48V-Bordnetz, das aus dem Automotive-Bereich abgeleitet wurde. Es kommt beispielsweise im neuen Audi A8 zum Einsatz und ist bereits für die Verwendung weiterer elektrischer Komponenten oder Anwendungen konzipiert. Der 250 W-Mittelmotor mit einer Leistung von 72 Newtonmetern bezieht seine Energie aus einer Batterie mit einer Kapazität von 600 Wattstunden (Wh). Die Übertragung der Kraft auf das Hinterrad erfolgt wahlweise mit Kette oder Riemen.

Für Akku und Motor wurde von der e-Bike-Manufaktur extra ein spezielles Rahmenbauteil entwickelt. Rainer Gerdes, Leiter Marketing und Produktmanagement bei Cycle Union betont: „Das zentrale Element des Rahmens besteht aus einem einzigen Gussteil, das im Gravity-Casting-Verfahren hergestellt wird. Ziel war eine Konstruktion, die nicht nur als Diamant- Rahmen, sondern auch als Wave-Rahmen alle Anforderungen an Steifigkeit und Sicherheit erfüllt.“Die Kombination von Motor und Automatik aber wird von ersten Quartal 2018 an zunächst einmal ausschließlich in einem als Tiefeinsteiger konzipierten Fahrrad angeboten.

Der von Continental entwickelte Motor ist im 48er Prime auch in Kombination mitzahlreichen Ketten- und Nabenschaltsystemen am Hinterrad zu haben. Die Palette reicht von bequemen Tiefeinsteigern, über Trekkingräder bis hin zu vollwertigen Reise-Pedelecs mit umfangreicher Transportkapazität. Das zulässige Gesamtgewicht der neuen Räder liegt bei 140, respektive 170 Kilogramm bei den beiden Reise-Pedelecs. Preislich bewegen sich die Räder zwischen 3.500 und 4.400 Euro. SPX